Interdisziplinäres Trainingscamp im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal in Deutschland für Berufseinsteiger*innen verschiedener Disziplinen aus dem Bereich des Kulturerbes

19. und 20. April 2021

HERITAGE-PRO ist eine Initiative von sechs europäischen Partnern aus fünf Ländern. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, auf den anhaltenden Bedarf nach interdisziplinärer Ausbildung von Fachleuten zu reagieren, der sich bei der Verwaltung und Erhaltung von Kulturerbe immer wieder zeigt. Interdisziplinäre Fähigkeiten werden immer wichtiger, sie sind jedoch nicht Kernstück der Ausbildung in den einzelnen Disziplinen. Das Hauptanliegen von HERITAGE-PRO ist daher die Verbesserung der interdisziplinären Fähigkeiten im Kulturerbe-Management. Ziel ist es, technisches und methodisches Fachwissen aus verschiedenen Disziplinen zusammenzuführen, das für die Erhaltung von Kulturerbe relevant ist.

Das Projekt hat 4 Hauptergebnisse:

  1. Ein mehrsprachiges Trainingsprogramm mit einem interdisziplinären Ansatz. Darin finden sich Trainingsmodule, die für die erfolgreiche Verwaltung und Erhaltung von Kulturerbe relevant sind.
  2. Mehrsprachige Leitlinien für Kulturerbe-Manager*innen als praktisches Umsetzungsinstrument für jedes Modul des Trainingsprogramms. Die Leitlinien sollen dabei helfen, verschiedene Expert*innen aus unterschiedlichen Disziplinen im Arbeitsprozess zusammen zu führen.
  3. Ein Trainings-Kit als Werkzeug, das die praktische Umsetzung aus organisatorischer Sicht mit Vorlagen, Checklisten und Entwürfen unterstützt und erleichtert.
  4. Ein zweitägiges Trainingscamp für junge Fachkräfte, das Menschen aus den verschiedenen Berufsdisziplinen, sowohl akademische als auch nichtakademische, zusammenbringt.

Das Trainingscamp

Das zweitägige Trainingscamp findet am 19. und 20. April 2021 in der Region des UNESCO-Welterbes „Oberes Mittelrheintal“ zwischen Frankfurt und Köln in Deutschland statt. Es zielt darauf ab, die interdisziplinäre Lücke zu überbrücken, die sich in der Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen häufig ergibt. Das Camp soll junge Menschen zusammenbringen, die am Anfang ihrer Karriere stehen und aus ganz unterschiedlichen Disziplinen rund um Verwaltung und Erhalt von Kulturerbe kommen. Durch das Zusammenführen der verschiedenen Disziplinen soll ein Verständnis für die unterschiedlichen Meinungen, Ausbildungen, Erwartungen und Arbeitsstile geschaffen werden. Letztlich soll die Zusammenarbeit auch über die einzelnen Fachrichtungen hinaus gestärkt werden. Zusätzlich werden die Teilnehmer*innen die Möglichkeit haben, ihr eigenes Netzwerk europäischer Kolleg*innen aufzubauen und zu vertiefen, interdisziplinäre Kompetenzen zu stärken und die Materialien und Ergebnisse kennenzulernen, die im Rahmen des HERITAGE-PRO-Projekts entwickelt wurden.

Das Programm des Trainingscamps basiert auf den Fortbildungsmodulen von HERITAGE-PRO, den Leitlinien, dem Training Kit und einem ergänzenden Freizeit- und Sozialprogramm. Durch das soziale Programm (z.B. Gruppenaufgaben, gegenseitiges Kennenlernen usw.) sollen sich die verschiedenen Berufsgruppen annähern und gegenseitiges Verständnis füreinander entwickeln. Darüber hinaus werden Informationen über Karrieremöglichkeiten im Bereich des Kulturerbes bereitgestellt und die Materialien von HERITAGE-PRO praktisch angewandt und bewertet.

Als praktisches Anwendungs- und Lehrbeispiel soll der “Häusener Kran“ in St. Goarshausen (Rheinland-Pfalz) dienen. Der Häusener Kran ist ein Industriedenkmal aus dem Jahr 1917, das 2021 restauriert wird. Der Kran befindet sich inmitten der Region des UNESCO-Welterbes “Oberes Mittelrheintal”. In dieser Region werden die Teilnehmer*innen während des Trainingscamps auch untergebracht sein.

Häusener Kran in St. Goarshausen (Foto: Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V.)

Programm des Camps

Wir empfehlen eine Anreise am Tag vor Beginn des Trainingscamps. Am Abend zuvor findet ein ungezwungenes Beisammensein und erstes Kennenlernen der Teilnehmer*innen statt.

Der erste Tag des Trainingscamps besteht aus einem Kennenlernprogramm für die Teilnehmer*innen, einer Schulung der Grundlagen interdisziplinärer Zusammenarbeit sowie einer Einführung in die Materialien von HERITAGE-PRO. Nachmittags wird der Häusener Kran gemeinsam mit Expert*innen aus dem Denkmalschutz und dem restaurierenden Handwerk besichtigt. Im Fokus stehen hierbei praktische und administrative Vorgehensweisen beim Erhalt von Kulturerbe-Stätten sowie der Austausch mit den Expert*innen. Der Abend steht zur freien Verfügung. Es besteht für alle Teilnehmer*innen die Möglichkeit, an einer Verkostung regionaler Weine teilzunehmen.

Am nächsten Tag wird vormittags am Beispiel des Häusener Krans exemplarisch in kleinen, interdisziplinären Teams die Anwendung der HERITAGE-PRO-Materialien getestet und die Ergebnisse diskutiert. Nachmittags findet eine Bootsfahrt auf dem Rhein sowie die Besichtigung einer Burg im Welterbe Oberes Mittelrheintal und ein anschließender Austausch mit Expert*innen der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz statt. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zur Abreise. Alternativ können die Teilnehmer*innen am nächsten Tag abreisen und gemeinsam den Abend und das Trainingscamp ausklingen lassen.

Da im Trainingscamp Teilnehmer*innen aus ganz Europa teilnehmen werden, wird die Arbeitssprache Englisch sein.

Tag 0, 18. April 2021:

Bis ca. 18 Uhr Anreise und Ankommen in der Unterkunft

Tag 1, 19. April 2021

9.30 – 10.30 Kennenlernprogramm
10.45 – 12.30 Einführung in HERITAGE-PRO
14.00  – 17.00 Besichtigung des Häusener Krans und Austausch mit Expert*innen
Abendgestaltung Zeit zur freien Verfügung; Optional: Weinverkostung

Tag 2, 20. April 2021

9.30 – 12.30 Interdisziplinäre Gruppenarbeit: Anwendung der HERITAGE-PRO Materialien und Diskussion der Ergebnisse
13.00 – 15.00 Bootsfahrt durch das UNESCO Welterbe „Oberes Mittelrheintal“ inkl. Mittagessen an Bord
15.00  – 17.00 Besichtigung einer historischen Burg und Austausch mit Expert*innen
Abendgestaltung Abreise oder gemeinsamer Ausklang des Trainingscamps

Teilnahme am Trainingscamp

Zielgruppe sind Postgraduierte und junge Menschen, die am Anfang ihres Berufslebens stehen und ihre erste Tätigkeit in der Denkmal-/Kulturpflege und -verwaltung begonnen haben oder beginnen möchten. Willkommen sind nicht-akademische und akademische Fachleute:

  • Junge Berufseinsteiger*innen verschiedener handwerklicher Berufe (z.B. Restaurator*in, Metallbauer*in, Schreiner*in, Gebäudetechniker-/verwalter*innen, Maler*in, Steinmetz*in, usw.).
  • Masterstudenten, Doktoranden und Postgraduierte europäischer Universitäten in den Bereichen Kulturmanagement, Kulturerbe, Kunstgeschichte, Architektur, Stadt- und Regionalplanung, Geographie, Immobilienmanagement etc..

Diese Aufzählungen sind nicht ausschließlich, Bewerbungen weiterer Fach- und Berufsrichtungen sind herzlich willkommen.

Darüber hinaus sollten die Teilnehmer*innen:

  • am interdisziplinären Austausch interessiert sein,
  • im Zusammenhang mit einem kommenden oder laufenden Kulturerbe-Schutzprojekt stehen oder grundsätzlich daran interessiert sein, an einem solchen teilzunehmen,
  • mit sozialen Medien vertraut sein, um während des Trainingslagers hierüber zu kommunizieren,
  • an einem vorbereitenden Online-Treffen etwa eine Woche vor dem Camp teilnehmen können,
  • Englisch auf einem guten Niveau (mindestens A2) beherrschen.

Die Teilnehmer*innen erhalten über die erfolgreiche Teilnahme am Trainingscamp ein Zertifikat, das die neu erworbenen interdisziplinären Kompetenzen bescheinigt.

Wie kann man sich bewerben?

Für die Anmeldung zur Teilnahme am Trainingscamp werden die folgenden Unterlagen benötigt (in Englisch):

  • Lebenslauf (max. 2 Seiten) mit relevanten Zeugnissen
  • Motivationsschreiben (max. 1 Seite)

Bewerbungsunterlagen sollen als eine PDF-Datei bis zum 31. Dezember 2020 auf www.heritage-pro.eu/training-camp/ hochgeladen werden. Eine internationale Jury aus Kulturerbe-Expert*innen und Vertreter*innen verschiedener Berufe wird die Bewerbungen prüfen und bis zum 31. Januar 2021 eine Entscheidung treffen. Danach erhalten die Teilnehmer*innen detaillierte Informationen über das Programm, Reisetipps und weitere benötigte Informationen.

Finanzierung des Trainingscamps

Frühstück und Mittagessen sowie die Kosten für Expert*innen, Transporte innerhalb des Programms und Snacks während der Veranstaltungen werden übernommen. Anreisekosten, Abendessen und Unterkunft sind von den Teilnehmer*innen selbst zu tragen. Eine Anreise am Tag vor dem Beginn des Trainingscamps wird empfohlen. Die Organisatoren werden im Vorfeld eine Unterkunft empfehlen, die von den Teilnehmer*innen dann selbstständig gebucht werden kann.

Die Teilnehmer*innen können für die Teilnahme am Trainingscamp von HERITAGE-PRO möglicherweise eine Finanzierung durch Zuschüsse erhalten. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website mit einer Sammlung von Stipendien und Förderungen für verschiedene europäische Länder.

Hinweise zum Coronavirus

Das Team von HERITAGE-PRO behält die weiteren Entwicklungen rund um das Coronavirus stets im Auge. Über eine mögliche Formatänderung hin zu einem online Format wird zu Beginn des Frühjahres 2021 entschieden.

Haben Sie Fragen?

Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren:

Sascha Kolhey (Organisation des Trainingscamps)
Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V.
Tel.: +49 6131 490 82 37
Mail: kolhey@ea-rlp.de

Karin Drda-Kühn (Projektkoordination)
Kultur und Arbeit e.V.
Tel.: +49 8931 56 36 374
Mail: heritage-pro@kultur-und-arbeit.de

Download der Informationen zum Trainingscamp